Sehr geehrte Damen und Herren,
vielleicht können Sie mir weiterhelfen?
In einem Text aus dem Jahr 1596 schreibt der Pfarrer Anton Praetorius, Hofprediger des Isenburgischen Grafen Wolfgang Ernst in Büdingen-Birstein (bei Frankfurt a.M.), über Glaubensauseinandersetzungen. Dabei finden sich folgende Zeilen:
Auch sollen sie [die Fürsten] gesunde Lehren ihrer Herde verkünden.
Rechte Unterscheidung jedoch mußt du hier treffen bei den Amtspersonen.
Nicht für jeden Fürsten lasse ich diese Worte wohl gelten:
Bärin, Wolf, Hund und Rabe, Löwe, Affe, Fuchs,
Keine Rechte können sie für sich an der Kirche beanspruchen.
Wer ein guter Hirte ist, hat Zutritt zum ganzen Schafstall.
Verschlossen aber ist die Tür dem räuberischen Wolf.
Also sei der Amtsträger zuerst gläubig, kenntnisreich,
Sei fromm, sei fähig zur Erkenntnis des Wahren.
Die Worte in den Zeilen:
Nicht für jeden Fürsten lasse ich diese Worte wohl gelten:
Bärin, Wolf, Hund und Rabe, Löwe, Affe, Fuchs,...
meine ich, dass die Tierbezeichnungen in symbolhafter Weise für bestimmte Fürsten verwendet werden. Der Text legt nahe, dass sich Praetorius dabei vermutlich auf Tiere bezieht, die diese Fürsten in ihrem Wappen trugen. Zum Beispiel hatte der (reformierte) Heidelberger Kurfürst den Löwen als Symboltier.
Leider ist es mir trotz längerer Bemühung nicht gelungen, dies aufzuschlüsseln.
Möglicherweise könnten es auch Wappentiere von Fürsten aus dem Gebiet des heutigen Hessens sein, die besonders in die damaligen Glaubenskämpfe lutherisch-reformiert-katholisch verstrickt waren (z.B. Erzbischof von Mainz).
Wissen Sie etwas darüber? Kennen Sie jemand, der sich damit auskennt?
Das würde mir eine große Hilfe sein.
Viele Grüße Hartmut Hegeler
Weiteres zu Anton Praetorius:
www.anton-praetorius.de