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Taschenbuch für Familiengeschichtsforschung

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Erika Harazim

Ahnen-und-Wappen Mitglied

  • »Erika Harazim« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 31

Wohnort: München

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1

Dienstag, 5. Dezember 2006, 22:21

Staatsangehörigkeiten in Böhmen und Mähren

Hier sind Geschichtsexperten gefragt:
Mir wurde erzählt,
1. dass die ehemaligen Staatsangehörigen der k.k.Monarchie Österreich-Ungarn, automatisch, als die Tschechisch-Slowakische Republik gegründet wurde, die tschechoslowakische Staatsangehörigkeit bekamen.
2. als das Protektorat Böhmen und Mähren von Hitler ausgerufen wurde, alle ehemaligen Staatsangehörigen der k.k.Monarchie Österreich-Ungarn automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit erhielten.
Ging das tatsächlich automatisch, oder mussten die Betroffenen um die neue Staatsangehörigkeit ersuchen?
Wenn dies automatisch erfolgte, waren dann die Änderungen der Staatsangehörigkeiten datumsgleich mit den neuen Regierungsbildungen?
Das ist eine Frage, die ich schon mit verschiedenen Historikern diskutiert habe. Die Meinungen differieren.

Erika

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2

Montag, 16. April 2007, 23:52

RE: Staatsangehörigkeiten in Böhmen und Mähren

Hallo Erika,
Mein Vater, im Jahre 1900 im böhmischen Erzgebirge geboren, erzählte, dass er in seinem Leben 4- 5 Staatsbürgerschaften hatte, ohne dass er danach gefragt habe und ohne dass er die Wohnung gewechselt habe.
(Kaiserlich-Österreichische, Tschechisch ab 1919, Reichsdeutsch ab 1938, 1945 wieder zum Tschechen erklärt und 1948 zum Deutschen erklärt und ausgewiesen worden).

So wie ich meinen Vater kenne, glaube ich nicht, dass er danach angefragt hat und um eine Zuerkennung einer Staatsbürgerschaft gebettelt hat. Er hat sich immer als Deutscher gefühlt, auch während der österr. Herrschaft haben die Erzgebirgler eher nach Berlin als nach Wien tendiert, so mein Vater mir berichtete. Daraus schliesse ich, dass die neuen Staatsbürgerschaften jeweils zugewiesen wurden. Zu welchem Zeitpunkt, kann ich nicht feststellen

lb. Gruss Jackie

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3

Dienstag, 17. April 2007, 17:59

Habsburger-Herrschaft

>Er hat sich immer als Deutscher gefühlt, auch während der österr. Herrschaft haben die Erzgebirgler eher nach Berlin als nach Wien tendiert, so mein Vater mir berichtete.<

Und das 300 Jahre lang? ;)
Daß sich ein Deutscher immer deutsch fühlt ist schon klar.Ich kann jetzt die Verbindung Berlin - Böhmen nicht ganz nachvollziehen.Aber ein Teil Böhmens war mal bairisch.

>Im 12.Jahrhundert förderten Przemysliden die "Einwanderung"deutscher Kaufleute,Handwerker,Bergleute,Priester,
Mönche und Bauern.Im Jahr 1306 erlosch das Geschlecht der Przemysliden und nach dem Graf Johann von Luxemburg zum König gewählt wurde,kam das zum bairischen Nordgau gehörende Egerland zu Böhmen. <

Geschichte Böhmen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_B%C3%B6hmens

Geschichte Egerland:
http://de.wikipedia.org/wiki/Egerland

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »carinthiangirl« (17. April 2007, 18:23)


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4

Mittwoch, 18. April 2007, 12:32

RE: Habsburger-Herrschaft

@carinthiangirl

Hallo, Dein Beitrag auf meine Beantwortung zur Frage von der Erika zeigt von mangelnden ethnischen Kenntnissen der Region.
Du stellst richtigerweise fest, dass die Egerländer (wie auch die Tiroler und Kärntner) baiernstämmig sind (d.h. die Reste der dort vor dem Zug nach Süden zurückgebliebenen Angehörigen der keltischen Boiern und germanischen Markomannen, die dann als Baiern in die jüngere Geschichte eingingen (Es würde zu weit führen, die Geschichte der Baiern hier zu berichten)
Die Erzgebirgler sind aber keine Egerländer, Boiern, Markomannen o.ä. sondern meist im 11. und 12. Jhdt eingewanderte Franken und Thüringer, verstärkt später in den Gold- , Silber und Erzabbauzeiten durch zugewanderte Abenteurer und Arbeitssuchende aus ärmeren deutschen Landen. Für denen ist Wien eine ferne Stadt, Berlin ist aber wesentlich näher. Du musst Dich aus Deinem tiroler Umfeld mal lösen und Dich in die Gegend um Freiberg, Brüx, Chemnitz, Komotau versetzen und aus dieser Perspektive mal in die beiden Metropolen blicken - Wien ist getrennt durch eine Landschaft mit tschechischer Sprache. Also ging der Blick immer nach Norden und nicht nach Osten, zumal Sachsen und Berlin wesentlich reicher an Arbeit und Einkommen war als die Habsburger Ländereien.

Ausserdem habe ich von den Eindrücken meines Vaters berichtet und der war nicht dreihundert Jahre alt sondern hat mir aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg bis in die Nachkriegszeit des II.WK erzählt und darum ging es doch bei der Frage von der Erika wegen der Staatsangehörigkeit.

lb. Gruss Jackie

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5

Mittwoch, 18. April 2007, 12:52

RE: Habsburger-Herrschaft

Nachtrag:

Im übrigen würde ich persönlich nicht oder nur sehr ungern aus der Wikipedia zitieren - ich bin selbst auch Autor bei der Wiki und weiss, welcher Unsinn da manchmal drinnsteht. Da kann so gut wie jeder seine Meinung kundtun, weicht sie allzusehr von der Standardmeinung ab, sind schon einige da, die genau das Gegenteil schreiben und den vorherigen Eintrag löschen - so geht das da auf und ab, Edit-war nennen es die Wikierianer und sind stolz darauf, für eine freie Meinung Sorge zutragen. Das geht auch ganz gut bis auf strittige Themen, da solltest Du mal die Diskussion verfolgen. In den von Dir genannten Beiträgen habe ich mir mal die Autoren angeschaut, einige kenne ich (von ihren bisherigen Beiträgen, an denen ich auch gearbeitet habe) und ich kenne auch deren politische Einstellung, die sie oft durch entsprechend eingefärbte Beiträge kundtun.
Kurz: in beiden Beiträgen steht nichts über die Geschichte der Egerländer vor und während der Völkerwanderung, da sind aber die Grundlagen entstanden

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6

Mittwoch, 18. April 2007, 19:26

RE: Habsburger-Herrschaft

Nun deine Schreibweise ließ es so rüberkommen als ob die Habsburger deutsches Gebiet anekktiert hätten,daß doch eher von den Berlinern regiert werden hätte sollen.Deswegen der ;) mit den 300 Jahren Habsburgern.
Jedenfalls kann man als Einwanderer in ein slawisches Land nicht erwarten von seinen ehemaligen Herrschern regiert zu werden.Daß man es gerne hätte oder immer eine "Neigung" dazu hat kann ich schon gut verstehen.
Genau so war´s gemeint und deswegen war auch nochmals erwähnt der dabei ;)

Im übrigen glaube ich nicht,daß du abschätzen kannst inwieweit meine "Ahnung von Ethnik"geht egal welcher Richtung und wo auch immer.
Genausowenig muß ich mich von irgendwas "lösen" und ich habe sogar schon woanders als in Tirol gelebt :)
Auch bin ich nicht bairisch,obwohl in Tirol geboren.Meine Wurzeln liegen ganz woanders aber unter anderem sogar auch in BÖHMEN :)

>Also ging der Blick immer nach Norden und nicht nach Osten, zumal Sachsen und Berlin wesentlich reicher an Arbeit und Einkommen war als die Habsburger Ländereien.<
Stellt sich die Frage warum dann in einem "armen" Habsburgerland gelebt und gearbeitet wurde!

In die Gegend z.B. um Chemnitz brauche ich mich auch gar nicht zu versetzen,die Leute von dort machen es umgekehrt und kommen hierher um im Gastgewerbe und teilweise im Handel (Verkauf) zu arbeiten,Tendenz steigend.

Daß die Kärntner rein baiernstämmig wären ist auch weithergeholt,aber es hatte zeitweise bairische Herrscher.
Dazu zur Abwechslung mal deren Geschichte aus dem österr.Lexikon nicht Wikipedia daß du nicht so gerne magst:
http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.encyclop.k/k175750.htm

Mehr gibt´s zu all dem nicht zu sagen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »carinthiangirl« (18. April 2007, 19:46)


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7

Mittwoch, 18. April 2007, 21:35

RE: Habsburger-Herrschaft

Hallo carinthiangirl

Also, ich hab keine Lust, mit Dir den bei der Wiki beliebten edit-war durchzufechten, Du bringst mir zuviel durcheinander in Deinen geschätzten Antworten. Darum der Reihe nach mal klären:

Natürlich haben die Habsburger das böhmische Land "annektiert", obwohl ich das nicht geschrieben habe. Aber zur damaligen Zeit haben alle irgendwas sich unter den Nagel gerissen, also solln die Habsburger Böhmen haben - bitte -
Nur - Böhmen ist kein slawisches Land gewesen, die Tschechen (ohne Slowaken) haben 1919 die Hälfte der Bevölkerung gestellt, die andere Hälfte waren Ungarn, Polen und Deutschsprachige. Bis 1632 hatte Prag eine deutsche Mehrheit und einen deutschen Bürgermeister und die erste deutschsprachige Uni stand nicht in Wien oder Berlin sondern in Prag !!

Im übrigen lässt sich eine Bevölkerung nicht gerne von seinen ehemaligen Herrschern regieren, wie Du meinst sondern immer von denen, die ihnen ein besseres Leben in Aussicht stellen. Darum sind ja auch viele Franken und Thüringer ins Erzgebirge auf Wunsch der Herrschenden gezogen, weil es eben Erze gab - Wegen dem Wald häte sie da nicht hinziehen brauchen, Holz und Berge gibt es auch im Frankenwald u. Thüringer Wald

Anhand Deiner Antworten kann ich Dein Wissen um die ethnischen Verhältnisse sehr gut einschätzen, sh. oben ("slawisches Land"). Es steht mir nicht an, dies zu bemängeln, aber - da hast Du Nachholbedarf. Auch habe ich nicht behauptet, das DU bairisch bist - darum gings doch garnicht. Ich habe festgestellt, dass die Bevölkerung vom Egerland beginnend nach Süden bis nach Ber, dem heutigen Verona, bairischstämmig ist, natürlich unter Einschluss der jeweils schon vorhandenen Bevölkerung, sodass die Mundarten sich von Nord nach Süd stark ändern. Dass die Kärtner (nicht die Windischen) bairischstämmig sind ist keineswegs weit hergeholt, ich arbeite in Kufstein (Tirol) und habe da öfters mal die Diskussion zur Meinung, dass es einen germanischen Stamm der Tiroler gibt (den gabs genausowenig wie die in Bayern so beliebten Bajuwaren)

Du bringst auch die Jahrhunderte durcheinander. In dem armen Habsburgerland haben sie deshalb gelebt, weil Ende des 16./17. Jhdt der Bergbau zum erliegen kam und dadurch der Lebensstandard sank, nachdem die einstmals reichen Silber und Erzausbeutungsstätten zu Ende gingen. Der Bergbau kam erst wieder mit dem Kohleabbau im 19. Jhdt. aber dieser reichte zur Ernährung der starken Bevölkerung nicht aus und das Lohn/Preisgefälle war vor dem Kriege in der Tschechei zu Deuschland etwa ähnlich wie heute.
Auch hätten die armen Tiroler Bauern gerne in Chemnitz o.ä. gelebt - ja vor dem II.WK, als in Sachsen so eine Masse von Kleinindustrie war wie man es heute in Baden-Württemberg findet. Heute hat sich die Lage geändert, Tirol ist ein Wohlstandsland und Chemnitz das Gegenteil. Wie gesagt, Du bringst die Zeiten durcheinander, wann - wo - was - war.

Deinen Link werde ich mir noch heute abend ansehen

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8

Donnerstag, 19. April 2007, 17:00

armes Kufstein !

Geh´bitte - das sollte jetzt aber nicht in einen Geschichts- und Ethnikvortrag ausarten ;)
Aber gut zu wissen daß es Leute gibt die sich so gut auskennen und anderen was beibringen können.

>Also, ich hab keine Lust, mit Dir den bei der Wiki beliebten edit-war durchzufechten<

Das hat auch keiner verlangt und ist auch nicht erwünscht.Aber ich wundere mich nur,daß du dann trotzdem soviel schreibst,obwohl du anscheinend keine Lust dazu hast.
Da du eh unumstößlich der Meinung bist daß ganz Mitteleuropa deutschstämmig :) ist und Deutschland immer und überall die Vorreiterrolle :) inne hat gibt es sowie nix mehr dazu zu sagen.
Glaub einfach fest daran - das gibt Kraft.

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9

Dienstag, 24. April 2007, 18:43

Oh je, habt ihr Probleme ...

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10

Mittwoch, 25. April 2007, 20:44

was kümmert`s dich...
du Drübersteher.