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Freitag, 20. Februar 2009, 21:26

Rauschenberger -Spielberg-Monhard -Öschelbronn-Bessarabien und zurück, Besuch bei Stoffel (1542) in Spielberg- Reisebericht-

Reisebericht von Annemarie Reinhardt und Heinrich Sawall

z Gascht bei de Urahna

Die Enkel des Johannes Rauschenberger aus Katzbach/Bessarabien haben mal wieder eines ihrer schon zur Tradition gewordenen Treffen geplant. Es solllte etwas Außergewöhnliches sein. Schon lange angedacht war, einmal auf den Spuren der Ahnen zu wandeln.

Die Heimat des Urahns Christoph (genannt Stoffel) sollte es dieses Mal sein. Spielberg im Schwarzwald ist der Herkunftsort der Rauschenberger. Hier hat Stoffel mit seiner Familie ein Hofgut besessen. Dieses Fleckchen Erde wollten wir kennen lernen.

Viel Planung war nötig. Aber bald mussten wir Nordlichter uns eingestehen, dass solch ein Vorhaben, ohne Kenntnisse der Örtlichkeiten, nicht optimal zu planen ist. Vor Jahren hatte ich über die Ahnenforschung Peter Rauschenberger kontaktiert. Peter ist ein Agnat der bessarabischen Rauschenberger, wohnt vor Ort und ist mit allem, was uns nützlich wäre, vertraut. Er war von diesem Vorhaben sofort angetan und hat seine Unterstützung angeboten. Welche Hilfe Peter für uns war, lässt sich nicht beschreiben. Mit ihm hatten wir das Glückslos gezogen.

Am Morgen des 23.9.2008 trat in Neu Wulmstorf die Gruppe der im Großraum Hamburg Wohnenden mit einem ganz neuen Bus des aus Bessarabien stammenden Reiseunternehmers Becker die Reise an. In Otze bei Burgdorf hielt der Bus für die Teilnehmer aus dem Bereich Gifhorn-Burgdorf. Mit 28 Leuten rollten wir gen Süden. Die Süd-Gruppe reiste im PKW an. Das Ziel war ein Hotel in Simmersfeld/Schwarzwald. Trotz langer Anreise wurde es noch ein langer Abend des Wiedersehns. Schließlich waren seit dem letzten Treffen schon ein paar Jahre vergangen. Alle warteten, was die kommenden Tage bringen würden.

24.09.2008

Wir waren gespannt auf Peter, der uns seine Führung angeboten hatte. Ein sehr netter und freundlicher Herr betrat die Szene. Wir hatten uns noch nie gesehen, und doch hatten beide Seiten das Gefühl, dass wir uns schon immer kannten. Aber das war nur der erste Eindruck: Es sollte noch besser kommen.Über das Städtchen Altensteig, zur Zeit unserer Ahnen der Amtssitz der Region, führte Peter durch eine herrliche Landschaft (bei bestem Reisewetter, versteht sich: " Ja, wenn Rauschenbergers reisen ... " ) nach Spielberg, wo die "Rauschenberger-Geschichte" begann. In der schmucken Kirche erzählte Peter über Stoffel, Urahne der Rauschenberger-Sippe, geboren um 1542. In einer Urkunde wird Stoffel als " Besitzer eines Hofgutes in Spielberg" erwähnt. Noch vieles Andere erzählte Peter über unsere gemeinsamen Vorfahren -nur nicht, wann sich die Linien trennten.

Während Peter uns in der Kirche die Vergangenheit der Ahnen nahebrachte, war seine Familie auf dem Vorplatz tätig. Der Clou: Die Familie überraschte uns mit einem Sektfrühstück und Imbiss im Freien. Unbeschreiblich, aber es stimmt: Außer hochdeutsch "kennt Schwoba ebba älles". Nach so viel geistigem und leiblichen Genuss lotste Peter, der exzellent vorbereitet war, uns zu anderen Wirkungsstätten der Rauschenbergers und erzählte während der Fahrt von den Arbeitsmöglichkeiten der Vorfahren in Land- und Forstwirtschaft, Sägewerken und Flößerei über das Flüsschen Nagold und anderen Gewässern bis nach Holland.

Das Dörfchen Monhard

Monhard war einst eine Klosteranlage. Später wurd das Kloster aufgelöst und das Land verkauft. Auch hier sind Spuren unserer Vorfahren. Ein alter Herr, der mit seiner Familie in einem noch erhaltenen Bau des ehemaligen Klosters lebt, hat dessen Geschichte weit zurück verfolgt und konnte Wissenswertes erzählen.

Im Städtchen Nagold lud Peter im Gasthof "Adler" zu Mittagessen. Ein Verdauungsspaziergang entlang des Flüsschens Nagold regte die Phantasie für die nächste Überraschung an.

Öschelbronn

In Öschelbronn lebte Johannes Jakob Rauschenberger mit seiner Frau Anna Maria, geborene Teufel. Johannes Jakob war Zimmermann. Nächste Überraschung: Peter hatte den Kirchenschlüssel organisiert. In dieser Kirche wurden die Kinder des Zimmermanns getauft und konfirmiert, auch " Gottlieb der Auswanderer" . Zum Gedenken an ihn gab Heinrich Sawall einen kurzen Einblick in sein Leben, die Wanderung nach Bessarabien und den Nachkommen.

Auszug aus dem Überblick:

Gottliebs Vater war bei der Arbeit tödlich verunglückt. Er hinterließ eine Frau mit sechs Kindern im Alter zwischen zwei und vierzehn Jahren. Gottlieb als Ältester, geboren am 15.08.1785, musste schon sehr früh Verantwortung für die Familie übernehmen. Als er volljährig war, und die Gelegenheit zur Auswanderung bestand, zog er über Berlin nach Lodz, wo der Preußenkönig Land angeboten hatte. In der Nähe dieser Stadt war er Mitbegründer des Dorfes Grömbach. Im Jahr 1807 heiratete er dort Agatha Schwab, die aus Cresbach/Württ. nach Grömbach ausgewandert war. Als durch die napolianischen Kriege dieses Gebiet an Polen fiel und der Zar Alexander I von Russland zur Besiedelung Bessarabiens aufrief, folgte Gottlieb etwa 1814 diesem Ruf. Er war Mitbegründer der Gemeinde Wittenberg in Bessarabien. Er war Bauer auf dem vom Zaren erhaltenen Land und sorgte schon während der Gründerzeit für die schulische Ausbildung der Kinder der Gemeinde. Auch im öffentlich-politischen Leben hatte er großen Einfluss.

Die Rauschenbergers in Katzbach

Der Sohn von " Gottlieb der Auswanderer" Jakob, geboren am 30.08.1818, heiratete am 30.12.1841 Barbara Gubler in Katzbach. Deren Sohn Christian, geboren am 10.10.1851, heiratete Maria Vetter (* 03.03.1855). Er ist der Vater unseres "Ehne" Johannes Rauschenberger, *28.04.1877 in Katzbach, gest. 07.11.1951 in Otze/Burgdorf. " Gottlieb der Auswanderer" ist sein Urgroßvater.

Ein Tag voller Eindrücke und Wissensvermittlung über unsere Ahnen und ihr Leben neigt sich dem Ende zu. Als Abschluss seiner tollen sachkundigen Führung zeigte uns Peter noch den größten und wohl auch schönsten Marktplatz Deutschlands in Freudenstadt. Mit einem Spaziergang und gemütlichem Beisammensein zurück im Hotel in einer Waldhütte unseres Wirtes klang dieser anstrengende aber auch wunderbare Tag aus.

25.09.2008 - Das bessarabische Heimatmuseum

Erwartungsvoll, spannend und lehrreich wie der erste sollte auch der zweite Tag werden.

Ein Besuch im renovierten und umgebauten bessarabischen Heimatmuseum in Stuttgart stand an. Hier wird gezeigt, wie unsere Vorfahren in Haus, Hof und Steppe " glebt on gschaft hen" . Allein vom " Agugga vom Steppawaga" vermeinte man das typische " Klengla " zu hören. Ob Haushalt- oder Landwirtschaftsgerät im Original oder Modell, Plachta, Pelzmäntl, Pudlkapp und ungezähltes mehr, kurz, alles, was man im täglichen Leben in der Steppe benötigte, ist ausgestellt. Aber auch die Mondene hat Einzug gehalten: Vorträge laufen über Beamer, Beschallung durch Lautsprecher. Und das Interessanteste: Die Ahnenforschung im Computer. Nahezu jede Familie, die in Bessarabien gelebt hat, ist hier bis ins Ursprungsland ihrer Ahnen und weiter nachvollziehbar. Allein die Einträge der Rauschenbergers füllen über 500 Seiten. Die fast fünf Stunden Aufenthalt kamen uns wie Minuten vor.

Dankeschön an die Organisatoren und Betreuern für diese für Bessaraber so kostbare Stätte. Wir waren sehr beeindruckt und werden sicher noch lange an diesen Besuch denken.

26.09.2008

Die schönsten Tage vergehen bekanntlich am schnellsten. Schon hieß es Abschied nehmen von den vier süddeutschen Basen und Vettern, es war sooo schön mit euch ! Auf ein baldiges Wiedersehen, 28 Rauschenberger = Spurensucher fuhren dem kühlen Norden, der Heide und dem Meer zu.

Wir bedanken uns bei der Busfahrerin Bärbel, die uns so sicher und umsichtig chauffiert hat. Ein ganz besonderes Lob und Dankeschön gilt "unserem" Peter, der sich so selbstlos und hilfreich eingesetzt und uns vor Ort so exzellent geführt und betreut hat.

Epilog

Wieder zu Hause, forschte ich im Ahnenverzeichnis, um den Verwandtschaftsgrad mit Peter herauszufinden. Ich stieß auf zwei Enkel unsere Urahns Stoffel, die Brüder Michael (*04.09.1608)-1608 ! und Jakob. Michael ist unser Ahn und Jakob der von Peter. Fast genau 400 Jahre nach der Geburt unseres Ahnen, am 24.09.2008, wandelten wir auf seinen Spuren. Wenn das kein gutes Zeichen für weitere Treffen ist !

Ein nächstes Treffen der Rauschenberger-Cousinen und -Cousins im Jahr 2010 ist in Planung.

(Heinrich Sawall, Sohn des Gustav Sawall und der Ida, geb. Rauschenberger )

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »dkwpeter« (21. Februar 2009, 10:49)


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Montag, 23. Februar 2009, 18:34

Danke für den interessanten und ausführlichen Bericht

Guten Tag,

danke für den interessanten Bericht!
Genealogische und heraldische Grüße - Ihr Webmaster
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