Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Ahnen-und-Wappen FORUM. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Sonntag, 22. Februar 2009, 12:53

Rauschenberger - von Rauschenberg - von Ziegenhain - Familienforschertreffen bei der Oberhessischen Presse in Marburg

Studienfahrt der Stoffel Rauschenberger ( * 1542 in Spielberg, Baden-Württemberg ) - Nachkommen am 3. Februar 2009 nach Marburg zu der Oberhessischen Presse mit dem Forscherthema : Rauschenberger - von Rauschenberg - von Ziegenhain - die Heilige Elisabeth von Thüringen, der hessische Hofkaplan, der Erzbischof von Trier , Leitung Peter Rauschenberger ( Dornstetten, Pfalzgrafenweiler, Neu-Nuifra, Gülstein, Spielberg )

Einleitung:

Aufgrund der Spurenlage nach der Geschichtsbeilage der Oberhessischen Presse aus dem Jahre 1952 war eine Studienfahrt zur Oberhessischen Presse nach Marburg angesagt. In Marburg angekommen wurden die neun Rauschenberger vom Chefredakteur Christoph Linne und seinem Leiter des Zentralsekretariats, Horst Becker im Presshaus im Franz-Tuczek-Weg 1 sehr herzlich begrüsst und eine Einführung in das Redaktionsgeschäft gegeben und die modernste Technik der Zeitungsherstellung gezeigt. Unser Wunsch war, aus dem Zentralarchiv eine Kopie der Geschichtsbeilage der Oberhessischen Presse aus dem Jahr 1952 zu bekommen. Der Wunsch wurde erfüllt.

Den geschichtlichen Hintergrund hatten sich die Studienteilnehmer bereits zuhause angeeignet, über

Gottfried I. (gest. 1158), Begründer des Hauses Ziegenhain; Gozmar III. (gest. 1184); Sohn und Nachfolger Gottfrieds I., Opfer des Erfurter Latrinensturzes; Burkhart von Ziegenhain (gest. 1247), 1240 Domprobst von Fritzlar, 1247 Erzbischof von Salzburg; Johann I. (gest. 1359), Graf von Ziegenhain und Nidda; Gottfried VII. ( gest. 1372), Graf von Ziegenhain und Nidda, Hauptmann des Sternerbundes; Gottfried VIII. (gest. 1394 ), Hauptmann des Sternerbundes; Otto von Ziegenhain (gest. 1430), 1419 - 1430 Erzbischof von Trier, Johann II. ( gest. 1450), Bruder Ottos, letzter seines Hauses .

Der Fund

eine Sensation für die Rauschenberger - Forscher,eine gut lesbare und gesuchte, im Original erhaltene Geschichtsbeilage von dem Verfasser (Bro.), wir hatten bisher nur eine unleserliche Kopie. Hier der Wortlaut des Beitrages von " Bro." , der für die Familienforschung der Rauschenberger in aller Welt einzigartig ist, so die Teilnehmer.

Voraussetzung für den Genuss des Beitrages ist das Kennen des Hauses , der Grafschaft Ziegenhain und ihrer Mitglieder,

ganz einfach: http://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Ziegenhain und http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_I._(Ziegenhain) und natürlich der Stammbaum " Stoffel * 1542 " , die Verbindung zu Bayern und Württemberg



Ein " politisch Verfolgter" wird hessischer Hofkaplan

Bereits in Beilage Nr. 44/45 lernten wir Heinrich von Rauschenberg, einen außerehelichen Sohn Graf Gottfrieds VI. von Ziegenhain, kennen, der als Halbbruder Graf Johann I. und dessen Hofmeister in gräflichen Güter in Ziegenhain verwaltete. Er stand also nicht in Rauschenberg und ist entgegen meiner früheren Annahme wohl kaum später Hofmeister des Kosters Haina in Ransbach gewesen !

Auch Johann I. selbst hatte einen solchen Bastard, der sich als armer, verwaister Sohn, den die rechtmäßige Ehe von des Vaters Gnade scheide, trotzdem mit der Bitte um eine Hofstelle oder Unterstützung an ihn wandte ( Chr. Rommel, Hess. Geschichte II, Anm., S. 130, undatiert). Augenscheinlich ward er, wie oft üblich, zur Versorgung in die geistliche Laufbahn verwiesen, wobei Geld und Einfluß des Vaters den kanonischen Geburtsmangel ausgleichen konnten.

So ist er es wohl, der unter dem Namen Johann von Rauschenberg in Mainz auftaucht !

Im Strudel der großen Politik sah er sich als Vikar des Stiftes St. Johann genötigt, eine Partei zu ergreifen und entschied sich für Baldewin von Luxemburg, Erzbischof von Trier und zugleich Verweser des Mainzer Erzstiftes. Deshalb wurde er vom Urteil Papst Benedikts XII. gegen Baldewin und dessen Anhänger am 15.10.1336 mitbetroffen (vgl. E. Stengel, Nova Alamanniae).

Durch Schaden gewitzt, entschloß er sich, künftig seinem geistlichen Oberhirten in Rom unbedingt Gehorsam zu leisten; denn ein Jahrzehnt später, als 1346 Papst Klemens VI. Gerlach von Nassau gegen Heinrich von Virneburg zu Erzbischof erhob, ferner am 13.4. Kaiser Ludwig bannte und schließlich die Gegenwahl Karls IV. am 11.7. veranlaßte, hielt Johann von Rauschenberg, nunmehr Dekan zu St. Johann, sich stramm auf Gerlachs Seite, zog sich aber damit umgekehrt den Grimm der höchsten weltlichen Macht zu, zumal obendrein der Nassauer sich vorerst in der Stadt Mainz selbst nicht durchzusetzen vermochte.





[align=left]Johann suchte in dieser schwierigen Lage vorsorglich seine Güter vor drohender Beschlagnahme zu sichern und vermachte am 20.12.1346 seine Weinberge in Wicker (Untertaunuskreis), wo auch das Kloster Haina Besitz hatte, den Kartäusern in Mainz. Das geschah gerade zur rechten Zeit ![/align]




[align=left]Am 11.4.1347 nämlich befahl Ludwig der Bayer katgorisch allen geistlichen in Mainz, bei Strafe der Acht sofort Heinrich zu gehorchen und von Gerlach zu lassen. Unter den wenigen dabei aufgezählten Ausnahmen kam Johann von Rauschenberg nicht vor und durfte sich mit Recht auf das Schlimmste gefaßt machen. Und so geschah es, daß am 13.8.1347 der kaiserliche Hofrichter in einem Urteil neben vielen anderen Personen und Körperschaften auch den Dekan und das Kapitel von St. Johann samt und sonders in die Reichsacht erklärte ![/align]




[align=left]Jetzt hieß es für Johann von Rauschenberg, an seine Sicherheit zu denken, und er hielt es wohl für geraten, sich die Flucht in seine hessische Heimat auf jeden Fall offen zu halten und, um Schutz und Geleit dorthin beanspruchen zu können, in den Dienst des Landgrafen zu treten.[/align]




[align=left]In diesem Sinne dürfen wir dann jenen einzig erhaltenen Revers eines hess. Hofgeistlichen verstehen ( W. Grundlach, Hess. Dienerbuch, S. 200, hat nur dies eine Datum ! ), worin Johann von Rauschenberg noch in Mainz am 21.8.1347 beteuert, Landgraf Heinrich II. habe gleich dem überfließenden Quell an Güte und Mitleid seiner heiligen Ahnfrau Elisabeth aus gnädiger Neigung ihn als Unwürdigen zu seinem "speziellen " Kaplan angenommen, wofür er selbst Treue gelobt und verspricht, seine Amtsplichten aller Art gewissenhaft zu erfüllen. Eben der Ueberschwang dieser Urkunde klingt sehr stark an das oben erwähnte Schreiben des ungenannten Ziegenhainer Nebensohnes an und verrät uns deutlich, daß der Aussteller darin seinen Dank für die Erlösung aus einer unhaltbaren Zwangslage ausdrücken will, wie sie zur Zeit gerade bei der Mainzer Geistlichkeit bestand.[/align]




[align=left]Landgraf Heinrich, der so gepriesene Wohltäter, hatte sich bereits am 1.5.1347 mit Erzbischof Gerlach von Nassau verständigt und von ihm an Stelle des abgesetzten Heinrich von Virneburg, der sich noch länger auf der Ameneburg zu behaupten wußte und schon deshalb als Feind Hessens galt, die durch den Tod Landgraf Johanns, seines Vetters, recht eigentlich mit Fug an Mainz heimgefallenen Lehen, nämlich (Nieder-) Hessen ( vgl. Heimat-Beilage Nr. 82) und das Gericht zu Maden samt dem mainzischen Marschallamt neu empfangen. Damit war er für Johann von Rauschenberg der gegebene Schirmherr auf gleicher Seite. Noch im selben Jahr trat mit dem Tode Ludwigs des Bayern am 11.10.1347 eine Wendung zu Gunsten seiner bisherigen Gegner ein. Allerdings empfing die Stadt Mainz noch im Januar 1348 den neuen Kaiser Karl IV. nur unter der Bedingung, daß er nicht Gerlach von Nassau in seinem Gefolge mit hereinbrächte. [/align]




[align=left]Erst vor dem 17.5.1349 konnte dieser Erzbischof dort seinen Einzug halten, und als er am 11.1.1350 die Bürger feierlich von der Exkommunikation lossprach, war auch Johann von Rauschenberg wieder in seiner alten Stellung als Dekan von St. Johann zugegen und blieb vermutlich weiter in Mainz als Diener seines Namenspatrons.[/align]




[align=left]Sein Siegel ( Johann von Rauschenberg) an dem Rervers von 1347 ( im Staatsarchiv Marburg) war wenigstens aus Bruchstücken 1950 außer der Umschrift zeichnerisch zu ergänzen, 1951 aber schon völlig zerfallen. Es zeigte auf gegittertem Grund im Spitzoval Johannes den Täufer in kurzem härenem Rock one Aermel, mit der Rechten auf die Scheibe mit dem Gotteslamm in seiner Linken deutend, zu seinen Füßen jedoch einen kleinen sechsstrahligen Stern, der aus dem Wappen der Grafen von Ziegenhain stammen und damit ein weiterer Hinweis auf die Abkunft unseres Johann von Rauschenberg sein dürfte ! Bro.[/align]




[align=left]Bei Verwendung ist die Quellenangabe verbindlich vorgeschrieben:[/align]




[align=left]Geschichts-Beilage der Oberhessischen Presse, 35039 Marburg, Verfasser "Bro." ; ausgehoben unter Peter Rauschenberger[/align]




[align=left]Vorschau[/align]




[align=left]Die nächste Studienreise ist in Planung, nach Dingolfing ( Niederbayern) zu Peter Rauschenberger, Richter und Siegler zu Dingolfing im Jahr 1430 (siehe Kurbayern Urk. Nr.: 21 440) [/align]


















hah

Mystische Schmuckahnentafel zum Download (PDF-Datei)

Werbung © CodeDev